BoysVoice hatten sich Ende der 80er Jahre in der deutschen Metal- und Hardcoreszene etabliert und zählten schnell zu den absoluten Kultbands. So dass sie die für eine Newcomer Band außergewöhnliche Möglichkeit bekamen einen Plattenvertrag mit einer überaus etablierten Plattenfirma zu schließen. Der Musikriese EMI nahm die Band rund um den Sänger und Gitarristen Mani Gruber unter Vertrag und veröffentlichte 1990 das Debütalbum der Band, mit dem gleichnamigen Titel „BoysVoice“.
Musikalisch erinnert das Album an die Scorpions oder den frühen Jon Bon Jovi. Es besticht durch eingängige melodische Songs ohne viel Schnörkel, ist jedoch gegenüber dem letzten im Jahr 2005 veröffentlichten Album gitarrenlastiger. Der melodiöse Metalsound der Band kam auch bei dem nun deutlich größer gewordenen Publikum gut an.
Die Platte der Band feierte wegen der wirklich bemerkenswerten Verkaufszahlen nicht nur damals große Erfolge, sondern wird in der Rockszene auch heute noch hoch gehandelt und zu Sammlerpreisen verkauft. Die Musikmaschinerie ihres Plattenlabels EMI wirkte an dem damaligen Erfolg der Band sicherlich nicht unwesentlich mit.
Hitsingles und Videoclips wurden ausgekoppelt. Mit professionell produzierten Musikvideos fand die Band auch außerhalb der Independentszene in den damals im Fernsehen aufkommenden Musikprogrammen ihren Platz und konnte sich gegenüber anderen Künstlern durchsetzen. Heute noch zu den Klassikern zählende Songs wie „City of your Dreams“ und „Love Stealer“ erreichten einen hohen Grad an Bekanntheit.
Trotz ihres großen Erfolges verlor die Band aber auch in der Metalszene nicht an Wertschätzung. Der Veröffentlichung des Albums BoysVoice folgte eine Headlinertour in Deutschland und verschiedene Support-Shows u.a. mit Ian Gillan, dem Sänger von Deep Purple, und mit der britischen Rockband Sweet. Darüber hinaus traten BoysVoice auf verschiedenen Festivals in ganz Europa auf.
Bald darauf setzte ihr Plattenlabel EMI aufgrund des in Mode gekommenen Grunge jedoch andere Schwerpunkte und trennte sich trotz der mit BoysVoice erzielten Erfolge von der Band. Das zweite Album „Dirty Talks“ wurde unter einem Independentlabel veröffentlicht, jedoch ohne die Marketingmaschinerie von EMI deutlich seltener verkauft. BoysVoice lösten sich kurz nach der Veröffentlichung ihrer zweiten Platte auf. 2005 kam es zur Wiedervereinigung und dem dritten Album „Serenity“. Auch dieses konnte jedoch nicht mehr an den Erfolg des Debütalbums „BoysVoice“ anknüpfen.