BoysVoice

BoysVoice war eine Metal-Band aus München die Anfang der 1990er Jahre Erfolge feierte. Die Band bestand aus den Mitgliedern Mani Gruber (Vocals, Guitars und Keyboards), Jochen Mayer (Bass und Vocals), Peter Diezel (Guitars) und Alex Hoetzinger (Drums und Percussion).

Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre gelang es der Band, sich in der Hardrock- und Metalszene mit melodiösem Metalsound einen Namen zu machen und sich vergleichsweise schnell zu etablieren. Für Newcomer ungewöhnlich, ergatterten BoysVoice einen Plattenvertrag beim Musikriesen EMI und veröffentlichen dort 1990 ihr erstes Album, das den Titel ‚BoysVoice’ trug. Das Album erzielte recht bemerkenswerte Verkaufszahlen und wird heute in der Szene zu Sammlerpreisen gehandelt. Songs wie ‚City of your Dreams’ oder ‚Love Stealer’ erreichten einen hohen Bekanntheitsgrad und konnten sich im beginnenden Zeitalter der Musikkanäle im TV nicht zuletzt wegen gut produzierter Musikvideos gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Trotz der beachtlichen Erfolge trennte sich EMI bald darauf von der Band. Im Zuge des aufkommenden Grunge setzte die Firma andere musikalische Schwerpunkte. 1993 erschien bei einem Independentlabel BoysVoices zweite Veröffentlichung ‚Dirty Talks’. Songs wie das namensgebende ‚Dirty Talks’ oder ‚Money’ kamen bei der Fangemeinde gut an und stehen wie die Hits des ersten Albums auch heute noch auf der Playlist vieler Rockdiskotheken. Das Album, das wie BoysVoices Debütalbum heute als Sammlerstück gehandelt wird, konnte jedoch ohne die marketingtechnische Unterstützung EMIs nicht mehr an den Erfolg des Erstlingswerks anknüpfen. Kurze Zeit später löste sich die Band auf.

In der Folge waren die ehemaligen Mitglieder der Band weiterhin in der Musik-Szene aktiv und mischten zum Teil bei verschiedenen deutschen Bands und in Münchener Musikprojekten mit. So wirkte Jochen Mayer unter anderem bei Demon Drive und Casanova mit, während Drummer Alex Hoetzinger sich als Jazz-Schlagzeuger einen Namen machte und Peter Diezel eine Gitarren-Amp-Firma gründete.

2005 kam es zu einer Reunion von BoysVoice. In Originalbesetzung veröffentlichte die Band ihr drittes, diesmal selbst produziertes Album ‚Serenity’, das von Kritikern unterschiedlich positiv aufgenommen wurde. Teile der Kritikergemeinde sahen in ‚Serenity’ ein erfolgreiches Wiederanknüpfen an die früheren musikalischen Leistungen oder sogar eine qualitative Verbesserung während andere Teile sich von dem dreizehn Tracks umfassenden Album eher enttäuscht zeigten. Im November 2006 gab die Band ihre endgültige Auflösung bekannt.